Ein Projekt Iserlohner Schulen mit der Ev. Akademie Iserlohn

Das Schicksal von jüdischen Familien

in Iserlohn

Die Idee:

In allen Schulen wird im Rahmen des Geschichtsunterrichts oder in anderen Fächern das Thema Holocaust sowie Deportation und Ermordung von Juden behandelt. Gerade in diesem Jahr, in dem sich die Befreiung des größten Vernichtungslagers zum 60. Male jährt, ist eine Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte angebracht. Häufig wird dieses Thema abstrakt und ohne den Bezug zum eigenen Umfeld und ohne Bezug zur Geschichte der eigenen Stadt behandelt.

Jetzt haben sich 5 Iserlohner Schulen zusammengetan, um die Schicksale einiger jüdischer Familien in Iserlohn näher zu beleuchten. Leider gibt es nicht mehr viele Zeitzeugen und die Schülerinnen und Schüler bekommen demnächst die Informationen über die Shoa nur noch über Literatur und Film. Bisher ist auch nur wenig über die Einzelschicksale der jüdischen Familien aus Iserlohn bekannt. Wir halten die Auseinandersetzung mit diesem Thema insbesondere für Jugendliche jetzt, da die NPD wieder an Zuspruch gewinnt und die rechtsradikale Szene auch hier im Raum immer aktiver wird, für besonders wichtig.

Das Konzept

Die beteiligten Schulen sammeln Informationen über die Schicksale der jüdischen Familien aus Iserlohn. Das kann nicht flächendeckend für alle jüdischen Familien geschehen, dies ist auch nicht angestrebt; die Auswahl ist willkürlich. Die an diesem Projekt beteiligten Schulen bilden ein Netzwerk mit ständigem Informationsaustausch: zur Zeit treffen sich die Kollegen und Kolleginnen dieser Schulen regelmäßig. Die Informationen werden gesammelt und in Form einer Ausstellung (evtl. als Wanderausstellung in den Schulen) oder als Dokumentation und im Internet veröffentlicht.

Die durchführung

Die Recherche-Arbeit wird in den Schulen durch Klassen, Kurse oder Arbeitsgemeinschaften in Eigenregie durchgeführt. Dabei hat das Archiv der Stadt Iserlohn als Informationsquelle natürlich eine besondere Bedeutung.

Neben den regelmäßigen Treffen der beteiligten Schulen (Lehrer/innen, evtl. auch Schüler/innen) soll das Projekt mit folgenden Veranstaltungen begleitet werden.

      Einführungsveranstaltungen für Schüler/innen und Lehrer/innen im Archiv der Stadt Iserlohn (hat bereits stattgefunden)

      Vorträge und Berichte von und mit Schüler/innen über Schicksale jüdischer Familien aus Iserlohn

      Lesungen von Autoren über die Zeit des Holocaust an Iserlohner Schulen

      Gespräche und Vorträge mit und von Zeitzeugen

      Vergabe von Facharbeiten an Schüler/innen zu diesen Themen

      Präsentation der Ergebnisse im Internet (www.stolpersteine-iserlohn.de).

 

Das Ergebnis

Das Ergebnis dieser Recherchen könnte eine Ausstellung oder eine Dokumentation sein; eine erste Präsentation im Internet ist bereits erstellt (s.o.).

Geplant ist weiterhin eine Verbindung zum Projekt STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunther Demnig.

Die STOLPERSTEINE sind 10x10 cm große Messing-Platten. Auf ihnen werden die Daten der jüdischen Familienmitglieder (jeweils Name, Geburtstag, Tag der Deportation, Todestag) eingraviert. Die Messingplatten werden auf dem Bürgersteig bzw. auf dem Gehweg vor dem Haus, in dem die jüdische Familie gewohnt hat, so eingelassen, dass sie eine ebene Fläche mit dem übrigen Straßenbelag bilden. Die Schule, deren Schüler/innen über die jeweilige jüdische Familie recherchiert hat, übernimmt sämtliche Kosten und die Patenschaften für ihre STOLPERSTEINE. Der Künstler Gunter Demnig wird zur STOLPERSTEIN-Verlegung nach Iserlohn kommen, in den Schulen Vorträge über seine Aktionen halten und die Messingplatten selber verlegen. Bisher sind 5000 STOLPERSTEINE in über 70 Orten in ganz Deutschland unter anderem in Hamburg, Köln und Wuppertal verlegt worden. Dieses Projekt STOLPERSTEINE wurde erst kürzlich vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.

 

Die beteiligten Schulen mit Ansprechpartner

 

Institution

Ansprechpartner

1.

Gymnasium An der Stenner

Heinz-Dieter Klusmann
Sonja Hoffmann

2.

Südschule

Erika Groh

3.

Gesamtschule Iserlohn

Hubert Witte
Eva-Maria Schäfer
Gregor Linne

4.

Realschule I Hemberg

Uta Meyer

5.

Gymnasium Letmathe

Christian Geyer

Einige weitere Schulen haben Interesse an diesem Projekt bekundet.

Unterstützt und begleitet wird dieses Projekt von Frau Silke Graichen, Evangelische Akademie Iserlohn.



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